Über Generationen erfolgreich mit Absaugtechnik zur Luftreinhaltung

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Alexander (links) und Dr. Stefan Jakschik (rechts), Vorstand der ULT AG in Löbau

Dr. Stefan Jakschik und Alexander Jakschik, Vorstand der ULT AG, sowie Firmengründer und Vater Dr. Christian Jakschik wurden Ende April 2016 als „Sachsens Unternehmer des Jahres“ ausgezeichnet. Global SMT & Packaging (DACH) sprach mit Stefan Jakschik (SJ) und Alexander Jakschik (AJ) über den Generationswechsel, den Stellenwert von Absaug- und Filteranlagen in der Elektronikfertigung sowie Ausblicke in die Zukunft der Technologien für saubere Arbeitsumgebungen.

 

GSP: Zuerst einmal herzlichen Glückwunsch zur Auszeichnung „Sachsens Unternehmer des Jahres 2016“. Was bedeutet Ihnen dieser Titel?

SJ: Herzlichen Dank! Dieser Titel ist eine große Wertschätzung für die Arbeit unserer Kollegen und unseres Vaters, der die ULT vor mehr als 20 Jahren gegründet hat. Nicht zuletzt auch für die langjährige solide Aufbauarbeit der Firma und der gelebten Verantwortung in der Region.

AJ: Diese Auszeichnung ist Anerkennung und Anspruch zugleich. Anerkennung für die Leistungen unseres Vaters in der Vergangenheit, der ein ökonomisch solides Unternehmen aufgebaut hat. Mit einem kontinuierlichen Wachstum, basierend auf dem Anspruch, dem Kunden eine Lösung zu liefern. Anerkennung auch für das gesellschaftliche Engagement, denn das ist ebenso Teil des Unternehmertums. Anerkennung im Wesentlichen auch für das gesamte Team, auch wenn es im Fokus eine Auszeichnung für den Unternehmer ist. Für mich persönlich ist es Anspruch für die Zukunft, ebendiese Werte weiter zu pflegen.

 

GSP: Sie haben im Sommer 2015 die Firmenleitung der ULT AG von Ihrem Vater und Firmengründer Dr. Christian Jakschik übernommen. Vor welche Herausforderungen stellt bzw. stellte Sie dieser Generationswechsel?

SJ: Für mich persönlich beinhaltet der Zuwachs an Verantwortung auch die Möglichkeit, vielseitiger zu arbeiten; enger und intensiver in den Kontakt mit Kunden, Lieferanten und unseren Mitarbeitern zu treten. Wir fühlen uns verantwortlich dafür, die Firma langfristig stabil aufzustellen.

AJ: Wir haben uns im Vorfeld beraten lassen und rechtzeitig mit dem Übergabeprozess angefangen. Daher ist der gesamte Übergabeprozess sehr gut verlaufen. Wie in jedem Prozess müssen sich gewisse Themen am Anfang erst einspielen. Das ist aber völlig normal. Wir zwei sind ein gutes Team und haben noch einige Pläne im Kopf. Ich persönlich freue mich auf die Zukunft.

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„Sachsens Unternehmer des Jahres 2016“: v.l. Dr. Christian Jakschik, Dr. Stefan Jakschik und Alexander Jakschik mit der Preistrophäe „Die Träumende“ während der Auszeichnungs-Zeremonie

 

GSP: Die ULT AG entwickelt und fertigt Absauganlagen u.a. für die Elektronikfertigung. Wie profitieren Anwender von Ihren Systemen?

SJ: Moderne Fertigungen verlangen nach Sauberkeit und Ordnung, Sicherheit und gesunder Arbeitsatmosphäre. All das bietet unsere Technik für Lötprozesse, Laserprozesse, Nutzentrennen, Trocken lagern und vieles mehr.

AJ: Unsere Absaug- und Filteranlagen schützen Mitarbeiter, Produktionsanlagen und die Produkte selbst vor dem Einfluss schädlicher Luftschadstoffe, die bei vielen Prozessen in der Elektronikfertigung entstehen. Auf den ersten Blick gibt es viele Hersteller von Absaug- und Filteranlagen, deren Systeme sich vermeintlich nicht unterscheiden. Der zweite Blick ist deshalb entscheidend. Die Anlagen der ULT zeichnen sich in erster Linie durch einen besonders geräuscharmen Betrieb und eine robuste Verarbeitung aus. Sie unterstützen – immer angepasst an die Arbeitsumgebungen der Anwender, die sogar über die reine Absaug- und Filtertechnik hinausgeht, etwa das Lösen elektrostatisch aufgeladener Partikeln, Kontanthaltung trockener Prozessluft bei der Lagerung etc. Dabei sind diese Lösungen immer angepasst an die Arbeitsumgebung des Kunden:  Mit mobilen oder stationären Lösungen, mit Absaugarm oder direkt eingebettet in den individuellen Arbeitsplatz des Werkers.

SJ: Noch entscheidender allerdings ist der ULT-Service. Hier bieten wir erstens eine individuelle und optimal abgestimmte Lösungsberatung vor Ort, um der jeweiligen Applikation entsprechend die beste Anlage zur Verfügung zu stellen. Zweitens ist stets eine Komplettabwicklung als Projekt möglich: Mit eigener Erfassungslösung und Montage durch das ULT-Team. Last but not least, steht die ULT AG für sehr guten After-Sales Service, da kaum eine Absaug- und Filteraufgabe der anderen gleicht. Deshalb ist auch eine gute Beratung und ggf. Anpassung im Nachgang ein Teil des ULT-Services.

 

GSP: Es geht also nicht nur um den Gesundheitsschutz der Mitarbeiter, sondern auch um die Sicherheit und Funktionalität der Anlagen und Produkte. Inwieweit rentiert sich die Anschaffung einer Absauganlage, etwa für einen kleinen oder mittelgroßen EMS-Anbieter?

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Absaug- und Filteranlagen sind das Kerngeschäft der ULT AG – vom mobilen Einzelgerät für Handarbeitsplätze bis hin zu kompletten Hallenabsaugungen (Quelle alle Bilder: ULT AG)

SJ: Ohne diese Absaug- und Filtergeräte wären verkettete Fertigungen, wie sie zum Beispiel unter dem Begriff „Industrie 4.0“ geplant werden, undenkbar. Die Gestaltung solcher Fertigungen ist nicht nur Großbetrieben vorbehalten. Insbesondere KMU haben durch ihre Flexibilität große Marktvorteile. Grundvoraussetzung ist jedoch eine hocheffiziente Fertigung mit funktionierenden Anlagen, gesunden Mitarbeitern und sauberer Arbeitsumgebung. All das benötigt eine effiziente Filterung der Prozess-Schadstoffe.

AJ: Neben den durch den Gesetzgeber vorgeschriebenen Gesundheitsschutz profitiert der EMS-Anbieter von niedrigeren Ausfallzeiten seiner Mitarbeiter aufgrund gesundheitlicher Themen. Wie bereits erwähnt profitiert er aber auch von Lösungsansätzen, die besonders Auftragsfertigern zusätzliche Arbeitsschritte und damit Zeit und Geld ersparen. Dies muss man sich immer im individuellen Fall vor Ort anschauen. Dort haben sich beim Kunden in der Vergangenheit schon interessante Lösungsansätze mit hohen Einsparpotenzialen erschlossen.

 

GSP: Wohin wird die Reise der Absaug- und Filtertechnik gehen? Und welchen Anteil wird die ULT AG daran haben?

SJ: Wohin der Dampfer fährt, ist nicht immer leicht zu benennen. Eines ist sicher, wir wollen weit vorn mit reisen. Aber wir tun alles dafür, stets die absolut aktuellste Filtertechnologie anbieten und unseren Kunden damit einen Mehrwert schaffen zu können, denn Qualität wird auch zukünftig das A und O in allen Fertigungen sein.

AJ: Gesundheitsschutz wird in Zukunft auch global eine noch viel größere Rolle spielen: In vielen Ländern wächst erst mit der Zeit das Verständnis dafür. Eine wichtige Komponente ist aber auch, dass sich beständig neue Produktionsverfahren mit noch unbekannten Schadstoffen entwickeln. Hier muss die Absaug- und Filterindustrie entsprechende Lösungen liefern. Wir arbeiten bereits heute an den Absaug- und Filterlösungen von morgen, indem wir durch enge Forschungskooperation mit führenden Instituten und Lehreinrichtungen den Schadstoffen von morgen auf der Spur sind. Ich bin zuversichtlich, dass die ULT AG in der Zukunft weiterhin eine führende Rolle einnehmen wird. Und das Thema „Industrie 4.0“ spielt natürlich auch eine entscheidende Rolle.

 

GSP: Vielen Dank für das Interview.

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