15 Jahre High Q Electronic Service

In Zeiten von Globalisierung und weltweiten Lieferketten sind rein regionale Unternehmensausrichtungen selten geworden. Dass diese aber durchaus sehr erfolgreich sein können, zeigt der Münchner EMS-Dienstleister High Q Electronic Service. 2002 am Münchner Ostbahnhof gegründet, hat das Unternehmen eine beeindruckende Entwicklung genommen und konzentriert sich dabei immer noch größtenteils auf München und Umgebung.

Geschäftsführer: Anton Hacklinger (l) und Markus Granzer (r) (Quelle: High Q)

„Manche waren etwas irritiert“, blickt Anton Hacklinger, geschäftsführender Gesellschafter der High Q Electronic Service GmbH, zurück. Gerne erzählt er die Anekdote, als 2007 ein neuer Marketingleiter eines Lieferanten in Begleitung mit dessen bayrischen Vertriebspartner seinen Antrittsbesuch bei High Q durchführte. Markus Granzer, ebenfalls geschäftsführender Gesellschafter, und Hacklinger stellte dem Marketingleiter ihr Unternehmen vor, inklusive der konsequenten Ausrichtung auf den Münchner Elektronikmarkt. Der Marketingleiter war darüber etwas erstaunt und fragte nach Verlassen der Produktionsräume den Vertriebspartner leise, ob denn dieser Weg erfolgsversprechend sei? „Für ihn war diese Ausrichtung nicht erfolgsversprechend, gerade in einer Zeit, wo immer noch viele Unternehmen ihre Produktionen nach Asien verlagerten. Dieser damalige Marketingleiter ist heute unser Berater bei der Vermarktung unserer Dienstleistung und es scheint so, dass er durchaus verstanden hat, dass man mit Regionalität erfolgreich werden kann“, führt Hacklinger schmunzelnd weiter aus. „Kurze, direkte Kommunikationswege und die Möglichkeit, dass der Kunde jederzeit zu uns kommen kann waren ausschlaggebend.“, ergänzt Granzer.

2002 gründeten Fritz Granzer, Vater von Markus Granzer, und Hacklinger die High Q Electronic Service GmbH. Als ehemalige Mitarbeiter eines führenden Münchner Technologieunternehmens übernahmen sie Auftragsarbeiten des Großkonzerns. „Zunächst wurde in den heimischen Kellern gearbeitet, aber mit der Zeit wurden die Aufträge immer umfangreicher, so dass wir uns die ersten Räumlichkeiten am Ostbahnhof anmieteten“, erinnert sich Hacklinger. In diesem Zuge wurde auch verstärkt überlegt, wie weitere Kunden gewonnen werden konnten. Beide Unternehmensgründer kannten sich in der Münchner Elektronikbranche hervorragend aus und so war schnell klar, dass sie in diesem Umfeld mit qualitativ hochwertiger EMS-Dienstleistung genügend Kunden finden sollten.

Das Dienstleistungsportfolio umfasst bis heute die gesamte Entwicklungs- und Fertigungskette von elektronischen Komponenten. „Viele unserer Kunden ziehen uns schon bei den ersten Entwicklungsschritten für ein Neuprodukt hinzu, da sie von Beginn an sicherstellen möchten, dass ihr Produkt schnell und effizient gefertigt werden kann“, erklärt Hacklinger. Über den Einkauf von Bauteilen, Leiterplatten und weiteren Materialien bis hin zu Produktionsplanung übernimmt High Q alle vorgelagerten Arbeiten. Die Fertigung, inklusive des Gerätebaus und der Produkttest werden im Anschluss termingerecht durchgeführt. „Den Bereich der Kabelkonfektionierung werden wir in den kommenden Monaten noch ausbauen“, blickt Granzer in die Zukunft.

Bis heute kommt ein Großteil der Kunden aus München und Umgebung sowie aus dem südlichen Bayern. Aber auch in anderen Bundesländern konnten Kunden gewonnen werden. „Grundsätzlich ist es uns egal, woher der Kunde kommt. Wir werden aber nicht aktiv in die Kundengewinnung in Hamburg oder Berlin einsteigen. Da konzentrieren wir uns weiter auf Bayern“, so Hacklinger. Ein konsequentes, nachhaltiges Wachstum ist für die beiden Geschäftsführer wichtig. „Wir haben eine soziale Verantwortung gegenüber unseren Mitarbeitern und deren Familien. D.h., dass jede Unternehmensentscheidung einen Einfluss auch auf deren Leben haben kann. Somit ist es für uns wichtig, dass wir wohlüberlegt Schritt für Schritt wachsen“, so Hacklinger und Granzer. Nicht ohne Stolz blicken sie dabei auf ein Siebtel ihrer Mitarbeiter, die seit 10 Jahren und mehr im Unternehmen angestellt sind.

Von der rein manuellen Fertigung, über die ersten vollautomatischen Bestücker bis hin zu 35 Mitarbeitern, die SMD und THT-Bestückungen durchführen, Kabel konfektionieren, Endgeräte im Kundenauftrag montieren und in einem voll ausgestatteten Testfeld Elektronik testen, hat High Q eine steile Entwicklung erlebt. „Momentan sind wir dabei, den nächsten Entwicklungsschritt zu vollziehen. Nachdem wir in den letzten zwei Jahren die ersten Großserienaufträge akquirieren konnten, legen wir nun in puncto Personal und Maschinenpark nach. Eine höherer Automatisierungsgrad der SMD-Fertigung sowie die Qualitätskontrolle sind hier das Ziel“, erklärt Granzer. Daher entschied sich High Q für größere Investitionen im Bereich Lotpastendruck, Bestückung und AOI.

„Unsere Kunden, mit denen wir vor 15 Jahren starteten und unsere Neukunden aus der Großserie haben alle eines gemeinsam: Sie erwarten absolute Top-Qualität und aus diesem Grund werden wir weiter in unser Unternehmen investieren. Denn nur das wird uns die langfristigen Kundenbindungen einbringen, die wir für unser Unternehmen anstreben“, führt Granzer weiter aus. Das dabei die regionalen Wurzeln des Unternehmens nicht vergessen bleiben, ist selbstverständlich.

highq-electronic.de