Forschungslabor für neuromorphe Elektronik

Die Technische Universität Ilmenau baut ein Labor zur Herstellung und Charakterisierung biologisch inspirierter, sogenannter neuromorpher Elektronik auf. Dazu erhält das Zentrum für Mikro- und Nanotechnologien aus dem Programm „Forschungslabore Mikroelektronik Deutschland (ForLab)“ des Bundesministeriums für Bildung und Forschung über 4,6 Millionen Euro für drei Jahre. Am 10. April 2019 wird das ForLab für neuromorphe Elektronik Ilmenau im Beisein des Thüringer Ministers für Wirtschaft, Wissenschaft und Digitale Gesellschaft, Wolfgang Tiefensee, offiziell eingeweiht.

(Quelle: TU Ilmenau)

In ganz Deutschland entstehen insgesamt zwölf „Forschungslabore Mikroelektronik“. Mit dem Zuschlag des Bundesforschungsministeriums hat sich die TU Ilmenau in einem mehrstufigen Auswahlverfahren gegen insgesamt 40 Forschungseinrichtungen durchgesetzt. In Ilmenau werden künftig neuromorphe Systeme entwickelt, d.h. mikroelektronische Bauelemente und Schaltungen auf der Basis neurobiologischer Gesetzmäßigkeiten.

Mit den Elektronikkomponenten, die durch biologisch inspirierte Signalverarbeitungs- und Speichermechanismen besonders energieeffizient arbeiten, möchten die Ilmenauer Forscher eine neue Qualität in der Mikroelektronik erzielen. Dafür verknüpfen die Wissenschaftler aus fünf Fachgebieten die supraleitende Elektronik mit der neuromorphen Memristor-Elektronik. Der Begriff Memristor – zusammengesetzt aus den englischen Wörtern für Gedächtnis, Memory, und Widerstand, Resistor – umschreibt elektronische Komponenten, die in der Lage sind, Informationen durch veränderbare Widerstandszustände zu speichern. Mit diesem Verhalten ähneln Memristoren den Synapsen im menschlichen Gehirn.

Prof. Martin Ziegler, Leiter des Fachgebiets Mikro- und nanoelektronische Systeme der TU Ilmenau und Koordinator des Projektes, ist sich sicher, dass die damit realisierbaren bio-inspirierten Rechenarchitekturen den Energieverbrauch deutlich senken werden. Mit dem Labor zur Entwicklung neuromorpher Elektronik erweitert und modernisiert die TU Ilmenau ihre Forschungsinfrastruktur. Die neuen Forschungsanlagen werden in das bestehende Zentrum für Mikro- und Nanotechnologien integriert und stehen damit nicht nur den Ilmenauer Wissenschaftlern, sondern auch allen internen und externen Nutzern des Hightech-Gerätezentrums zur Verfügung. Um Synergien in der Forschungs- und Entwicklungsarbeit nutzen zu können, werden die zwölf deutschen ForLabs künftig untereinander vernetzt sein.

tu-ilmenau.de

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