Globalfoundries investiert und erweitert Kapazitäten

Globalfoundries erweitert deutlich: Neben einer neuen Chip-Fabrik im chinesischen Chengdu baut der Halbleiterhersteller die Fertigungskapazität an den Standorten USA, Singapur und Dresden aus – teils bis zu 40 Prozent. Allein in sein Dresdner Werk wird der Halbleiter-Auftragsfertiger über 1,5 Milliarden Euro investieren. Hier will die Unternehmensleitung bis zum Jahr 2020 oder 2021 die Produktionskapazität um 40 Prozent erhöhen: von derzeit rund 700.000 auf dann rund eine Million Siliziumscheiben (Wafer) pro Jahr.

„Globalfoundries Dresden setzt auf Wachstum“, betonte GF-Vizepräsident und Dresdner Standort-Chef Rutger Wijburg. „Ich freue mich sehr, dass wir von unserem Board of Directors grünes Licht für den Ausbau des Dresdner Standortes bekommen haben.“ „Das ist ein wichtiger Meilenstein für den Standort“, sagte auch der Dresdner GF-Sprecher Jens Drews. Dies sei ein klares Bekenntnis zum langfristigen Engagement des US-Konzerns in Sachsen.

Eingangsbereich Globalfoundries (Quelle: dpa)

Das Unternehmen verhandelt nun mit Land, Bund und EU-Kommission, um staatliche Subventionen für den Ausbau zu bekommen. Durch neuere Bundes- und EU-Programme ist es inzwischen durchaus möglich, dass GF ein Viertel bis ein Drittel der Investitionen als öffentlichen Zuschuss bekommen könnte.

Das Unternehmen setzt allerdings auf eine hochautomatisierte Produktion und einen Ausbau innerhalb des derzeit vorhandenen Werkes setzt. Daher ist kein Neubau geplant, zudem werden auch nicht allzu viele neue Jobs entstehen: Derzeit beschäftigt das Unternehmen in Dresden rund 3400 Mitarbeiter und sucht nun noch 70 zusätzliche Technologen.

Die Investition ist eher als Stopp für ein Abbau-Programm zu verstehen: Wegen damals schwacher Nachfrage für die Computerchips aus Dresden wollte GF noch im Herbst 2015 die Mannschaft in Dresden auf 3000 Köpfe reduzieren. Zeitweise hatte das Unternehmen hier 4000 Leute beschäftigt, darunter 300 Leiharbeiter. Die bestellte die Geschäftsführung als erste ab, außerdem schieden rund 300 Festangestellte durch Fluktuation beziehungsweise freiwillig aus, wie Drews erklärte. Der ursprüngliche Plan, sich von rund 700 Festangestellten in Dresden zu trennen, sei nun jedenfalls „vom Tisch“.

Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU) begrüßte die angekündigten Investitionen. „Globalfoundries bekennt sich damit klar zum Standort Dresden als weltweiten Leitstandort für leistungsfähige und energieeffiziente Chips.“ Damit werde Sachsen das Internet der Dinge weiter mitgestalten, sagte Tillich.

Auch beim Branchenverband Silicon Saxony löste die Ankündigung Freude aus. „Wir sind begeistert. Das ist eine unglaublich gute Nachricht. Eine Investition in dieser Größenordnung ist ein starkes Bekenntnis zum Produktionsstandort Deutschland und kommt genau zur richtigen Zeit“, erklärte Vorstand Hein Martin Esser. Ein Chipproduzent im Herzen des Silicon Saxony mit Produktionstechnik für Anwendungen des Internets der Dinge werde der Branche einen enormen Wachstums-Push geben.

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