Wachstum bei Leistungshalbleitern verdreifacht sich bis 2030

Nach aktuellen Abschätzungen des ZVEI wird sich das Wachstum im Markt für Leistungshalbleiter bis 2030 verdreifachen und entwickelt sich damit sechs Mal so schnell wie der gesamte Halbleitermarkt. Europa ist heute mit einem Anteil von etwa 30 Prozent am Markt für Leistungshalbleiter weltmarktführend – diese Position gilt es zu stärken und auszubauen.

Leistungshalbleiter von Kyocera (Bild: kyocera.com)

Leistungshalbleiter werden unter anderem benötigt, um erneuerbare Energien in das Stromnetz einzuspeisen. Durch Wind- und Sonnenergie erzeugter Strom wird mithilfe von Umrichtern mit integrierten Leistungshalbleitern in das öffentliche Netz eingespeist. Auch für die leistungs- und energieoptimierte Produktion und die Steigerung der Energieeffizienz in der Industrie sind Leistungshalbleiter wichtig. Nicht zuletzt ist der stark wachsende Markt für Elektroautos auf Leistungshalbleiter angewiesen.

„Für die Transformation in eine klimaneutrale und digitale Gesellschaft sind Leistungshalbleiter unersetzlich. Insbesondere in den Sektoren Industrie, erneuerbare Energien und Automotive und bei der Kopplung dieser Sektoren wird der Bedarf enorm zunehmen. Ohne Leistungshalbleiter erhalten wir keinen grünen Strom, daher auch keinen grünen Wasserstoff, und ist keine All-Electric-Society möglich“, so Wolfgang Weber, Vorsitzender der ZVEI-Geschäftsführung zur Bedeutung des Marktes.

Laut Weber muss Europa die Produktion von Leistungshalbleitern enorm steigern, um die Wertschöpfung zu sichern und um als Industriestandort im internationalen Wettbewerb weiter bestehen zu können. „Bis 2030 müssten in Europa etwa sechs zusätzliche Halbleiterfabriken errichtet werden, um die aktuelle Position des Markts für Leistungshalbleiter nur halten zu können. Die heutigen europäischen Marktführer müssten ihre Produktion in weniger als 10 Jahren mindestens verdreifachen“, so Weber.

Auch für weitere Anwendungen wie zum Beispiel Sensoren und Prozessoren wird der Bedarf an Chips stark steigen. Daher müssten EU-Kommission, Bundesregierung und die weiteren interessierten EU-Mitgliedstaaten das zweite „Important Project for Common European Interest“ (IPCEI) für Mikroelektronik und Kommunikationstechnologie nun rasch beschließen. Darüber hinaus brauche es eine langfristige Strategie, um Europas Stärken, wie etwa Leistungshalbleiter, zu stärken und bislang in Europa eher schwache Bereiche, wie zum Beispiel Prozessoren, zu kräftigen. „Notwendig sind passgenaue Förderprogramme, die die Bedarfe der verschiedenen Anwenderindustrien berücksichtigen – insbesondere auch den Mittelstand als Leistungsträger der deutschen Industrie“.

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