In große Fußstapfen getreten – mit voller Zuversicht

F: Frau Göpel, zum 15. August 2018 haben Sie die Geschäftsführung der GÖPEL electronic GmbH von Ihrem Vater und Firmengründer Holger Göpel übernommen. Dazu noch einmal herzlichen Glückwunsch. Was bedeutet dieser Schritt beruflich und privat für Sie?

Alice Göpel

A: In erster Linie ist es für mich eine riesige Herausforderung, auf die ich viele Jahre hingearbeitet habe. Ich habe nun völlig andere Aufgabenbereiche, sicher auch noch mehr Verantwortung. Privat bedeutet es in manchen Bereichen etwas mehr Organisation.

 

F:Welche Herausforderungen würden Sie als die bedeutendsten ansehen?

A: Die Firma GÖPEL electronic hat insgesamt vier Geschäftsbereiche, die in teilweise sehr unterschiedlichen Bereichen der Elektronik-Industrie aktiv sind. Ich selber habe jahrelang im internationalen Vertrieb für Inspektionssysteme gearbeitet. Die Koordination aller Abteilungen und Bereiche ist da sicher eine der größten Herausforderungen.  Außerdem arbeite ich nun mit weitaus mehr Kollegen zusammen als zuvor. Insgesamt ist das Aufgabenspektrum nun umfangreicher und vielfältiger.

 

F: Sie haben ja bereits Erfahrungen im Unternehmen gesammelt. Welche davon sind die wertvollsten für Ihre neue Position?

Holger und Alice Göpel

A: Die wertvollste Erfahrung ist sicher die, dass ich viele Jahre als ganz normale Mitarbeiterin „an der Basis“ gearbeitet habe. Ich habe die  Hürden und Anforderungen des Tagesgeschäftes mitbekommen. Es ist ein Vorteil, wenn Unternehmensleitungen nicht nur den Blick von oben kennen, sondern hautnah mitbekommen, was die Kolleginnen und Kollegen beschäftigt. Das schafft ein besseres Verständnis und bietet die Grundlage für eine ehrliche und offene Zusammenarbeit.

 

F: Oftmals geht mit einem Wechsel in der Geschäftsführung ein Paradigmenwechsel im Unternehmen einher. Ist das bei GÖPEL electronic auch der Fall?

A: Der beschriebene Paradigmenwechsel ist innerhalb von Familienunternehmen sicher anders ausgeprägt als in Unternehmen mit angestellten Geschäftsführern. Es ist unser Ziel, weiterhin an den Grundsätzen und der Philosophie festzuhalten. Konkret bedeutet das: Langfristige Stabilität, Sicherung der Arbeitsplätze und organisches Wachstum. Jede Generation bringt allerdings ihre eigenen Impulse mit sich, aus denen sich  ganz natürlich  Neuerungen ergeben werden.

 

F: Heute stehen Schlagworte wie Industrie 4.0, Smarte Elektronik oder aus Produktionssicht die additive Fertigung ganz oben. Wie positioniert sich GÖPEL electronic zu diesen Themen?

Generationswechsel (Quelle alle Bilder: GÖPEL electronic)

A: Die besagten Schlagworte sind seit einiger Zeit in aller Munde, und inzwischen zeigt sich, dass sie alles andere als nur Floskeln sind. Es tut sich unglaublich viel in Sachen Smart Factory, Industrie 4.0, etc. – und wir wollen dabei Mitgestalter sein. Schon bevor die Begrifflichkeiten in Mode kamen, haben wir bei Kunden Vernetzungslösungen integriert, die beispielsweise eine zentrale Verifikation über zahlreiche Fertigungslinien und insgesamt mehr als 70 Inspektionssysteme verschiedener Hersteller ermöglicht.

Eine Standardisierung von Schnittstellen und Vereinheitlichung von Daten spielt dabei eine wichtige Rolle. Mit dem Hermes-Standard (IPC-HERMES-9852, d.R.), an dem wir uns aktiv beteiligen, haben wir eine gute Grundlage geschaffen. Die größte Arbeit liegt allerdings noch vor uns. Dabei geht es dann zum Beispiel um die Frage: Was fange ich mit all den Daten an, die ich genormt und gesammelt habe? Dort schlummert viel Potenzial, aus einer smarten Fabrik tatsächlich Nutzen zu ziehen – für den Fertiger und für den Endkunden.

 

F: Wo sehen Sie die GÖPEL electronic GmbH in den kommenden fünf Jahren?

A: Wir wollen weiterhin ein innovatives Unternehmen im Bereich der Mess- und Prüftechnik sein. Natürlich bestehen die unternehmerischen Ziele des kontinuierlichen Wachstums. Erst letztes Jahr haben wir unser inzwischen viertes Firmengebäude eröffnet und noch mehr Raum für die Produktion geschaffen. Weiterhin wollen wir in den relevanten Bereichen präsent sein und auch neue Märkte erschließen.

 

Vielen Dank für das Interview!

Die Fragen stellte Stefan Meißner, Redakteur von globalsmt.de
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